Die Welle, die um die Welt ging

Katsushika Hokusai wurde 1760 in Edo, dem heutigen Tokio, geboren. 1830, mit etwa siebzig Jahren, begann er das Projekt, das ihn in aller Welt berühmt machte: Sechsunddreißig Ansichten des Berges Fuji, eine Reihe von Farbdrucken, verlegt von Nishimuraya Yohachi. Die Reihe war so beliebt, dass später zehn weitere Blätter hinzukamen. Dieses Blatt ist mit „Hokusai aratame Iitsu hitsu“ signiert: vom Pinsel Hokusais, nun Iitsu genannt, einer der vielen Namen, die er benutzte.
Der Titel des Blattes lautet Unter der Welle vor Kanagawa. Eine riesige Welle erhebt sich über drei Oshiokuri-bune, schnellen Booten, die frischen Fisch und Gemüse zu den Märkten von Edo brachten; ihre Besatzungen ducken sich tief. Der Fuji, das Thema der ganzen Reihe, liegt weit in der Ferne. Nach den Worten des Metropolitan Museum spielte Hokusai mit der Perspektive, um Japans erhabensten Berg als kleinen dreieckigen Hügel in der Höhlung der sich brechenden Welle erscheinen zu lassen.
Die Blautöne des Drucks verbinden Indigo mit Berliner Blau, einem synthetischen Pigment, das um 1704 in Berlin erstmals hergestellt und von niederländischen und chinesischen Händlern nach Japan gebracht wurde. Ab 1829 war es billig, und Hokusai und seine Schule setzten es in auffallendem Maß ein. Drucke wie dieser wurden in großer Zahl hergestellt: Fachleute nehmen an, dass bis zu 8.000 Abzüge der Großen Welle gedruckt wurden. Die Druckstöcke sind verloren. Heute sind mehr als hundert Abzüge bekannt, vier davon im Metropolitan Museum, und der hier gezeigte ist ein früher Abzug, gedruckt, bevor der Druckstock der Titelkartusche einen Riss bekam.
Claude Debussy, der Drucke und Gegenstände aus dem Fernen Osten liebte, hatte die Große Welle in seinem Arbeitszimmer und wünschte sie sich für den Umschlag seiner Partitur La Mer, die 1905 in Paris erschien. Das British Museum nennt sie den berühmtesten japanischen Holzschnitt der Welt, und das National Museum of Asian Art der Smithsonian Institution sagt, sie sei praktisch zum Synonym für japanische Kunst geworden.
Über das Werk
- Geschaffen von
- Katsushika Hokusai (1760–1849); verlegt von Nishimuraya Yohachi
- Datum
- ca. 1830–32
- Technik
- Holzschnitt, Tusche und Farbe auf Papier
Quellen
- Under the Wave off Kanagawa (Kanagawa oki nami ura) The Metropolitan Museum of Art
- Capucine Korenberg, The making and evolution of Hokusai's Great Wave British Museum
- Hokusai (exhibition news) Museum of Fine Arts, Boston
- Under the Wave off Kanagawa (1916.685) Harvard Art Museums
- Under the Wave off Kanagawa Tokyo Fuji Art Museum
- Elisabeth West FitzHugh, Marco Leona and John Winter, Pigments in later Japanese paintings (2003) Freer Gallery of Art, Smithsonian Institution
- La Vague d'Hokusai en couverture de La Mer Bibliothèque nationale de France, Essentiels
- Hokusai: making waves Smithsonian National Museum of Asian Art
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