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Diagramm1858

Woran die Soldaten wirklich starben

Diagram of the causes of mortality, Florence Nightingale (1820–1910)

Zwei runde Diagramme aus Segmenten, ein Segment für jeden Monat: Das größere, rechts, umfasst April 1854 bis März 1855, das kleinere, links, April 1855 bis März 1856. Große hellblaue Segmente für Todesfälle durch vermeidbare Krankheiten lassen die roten für Wunden und die dunklen für andere Ursachen klein erscheinen. Eine gepunktete Linie verbindet die beiden, und eine Notiz in Schreibschrift darunter erklärt, wie sie zu lesen sind.
Bild: Wellcome Collection, London. Public Domain Mark.

Florence Nightingale wurde 1820 in Florenz geboren. Im Oktober 1854, während des Krimkriegs, brach sie mit einer Gruppe von 38 Krankenschwestern von London zum britischen Armeelazarett in Scutari bei Konstantinopel auf und kam Anfang November an. Bis Februar 1855 war die Sterberate im Lazarett auf 42 Prozent gestiegen. Nightingale machte zunächst die schlechte Ernährung dafür verantwortlich. Die Todesfälle gingen erst zurück, nachdem im März 1855 eine aus London entsandte Sanitary Commission mit ihren Arbeiten begonnen hatte: Sie reparierte die Abwasserkanäle und verbesserte die Belüftung.

Die meisten britischen Soldaten, die in diesem Krieg ums Leben kamen, starben an Krankheiten, nicht an ihren Wunden: nach einer Zählung mehr als drei von vier. Zurück in London setzte sich Nightingale mit Nachdruck für eine Royal Commission zur Gesundheit der Armee ein, die 1857 eingesetzt wurde, und arbeitete mit William Farr, dem leitenden Statistiker des General Register Office, daran, die Zahlen in Diagramme zu übertragen. Wahrscheinlich zeichnete sie diese nicht selbst; die Historikerin Lynn McDonald schreibt, gemeinsam hätten die beiden Diagramme geschaffen, die besser waren als alle, die Farr zuvor veröffentlicht hatte.

Dies ist das bekannteste von ihnen. Jedes Segment ist ein Monat, rechts April 1854 bis März 1855, links das folgende Jahr, und seine Fläche, vom Mittelpunkt aus gemessen, steht für die Todesfälle dieses Monats: Blau für „Preventible or Mitigable Zymotic diseases“, vermeidbare oder linderbare Infektionskrankheiten; Rot für Wunden; Schwarz für alle anderen Ursachen. Eine frühere Fassung hatte die Segmente nach ihrer Länge gezeichnet, was, wie sie bald erkannte, irreführend war; hier übernehmen die Flächen das Zählen. Nightingale hat diese Art von Diagramm nicht erfunden, und der Name „Coxcomb“, den man ihm oft gibt, ist ein späterer Irrtum.

Es erschien zuerst 1858 in Notes on Matters Affecting the Health, Efficiency, and Hospital Administration of the British Army, einem Bericht, den sie privat hatte drucken lassen. Nur wenige Exemplare wurden hergestellt; eines ging am 11. Oktober 1858 an Königin Victoria, andere an Personen wie die Romanautorin Elizabeth Gaskell. Im selben Jahr wurde Nightingale als erste Frau Mitglied der Statistical Society of London, der heutigen Royal Statistical Society. Es folgte ein ständiges Army Sanitary Committee, Krankenhäuser und Kasernen wurden neu gebaut, und die Sterberaten der Armee sanken.

Über das Werk

Geschaffen von
Florence Nightingale (1820–1910)
Datum
1858
Technik
Farbig gedruckte Falttafel von Harrison & Sons, in Nightingales Notes on Matters Affecting the Health, Efficiency, and Hospital Administration of the British Army (London, 1858)
Sammlung
Wellcome Collection, London

Quellen

  1. Notes on matters affecting the health, efficiency, and hospital administration of the British Army (1858) Wellcome Collection
  2. Florence Nightingale National Army Museum
  3. Florence Nightingale: origins Florence Nightingale Museum
  4. Florence Nightingale (biography) MacTutor, University of St Andrews
  5. Iris Veysey, A statistical campaign: Florence Nightingale and Harriet Martineau's England and her Soldiers Science Museum Group Journal
  6. Lynn McDonald, Florence Nightingale, statistics and the Crimean War (JRSS A, 2014) Collected Works of Florence Nightingale, University of Guelph
  7. Lynn McDonald, Florence Nightingale: the real goods and the oversell (Significance, 2020) Royal Statistical Society
  8. Michael Friendly and R. J. Andrews, The radiant diagrams of Florence Nightingale (SORT, 2021) SORT, Statistics and Operations Research Transactions
  9. Pigeonholes and mustard seeds: using data to improve Royal Statistical Society
  10. Nightingale 2020: the bicentenary of our first female member Royal Statistical Society
  11. Notes on matters affecting the health, efficiency, and hospital administration of the British Army (Queen Victoria's copy) Royal Collection Trust
  12. The passionate statistician Florence Nightingale Museum Trust, via the University of York

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