Kreise und Quadrate für die erste Schau des Bauhauses

Im Juni 1922 drängte die thüringische Landesregierung das Bauhaus, die junge Schule für Kunst und Gestaltung in Weimar, zu zeigen, was es bis dahin geschaffen hatte. Die Antwort war die erste große Ausstellung der Schule, die ihr Direktor Walter Gropius mit einem Vortrag über „Kunst und Technik – eine neue Einheit“ eröffnete.
Das Plakat ging aus einem Wettbewerb hervor. Joost Schmidt, damals Student in der Werkstatt für Stein- und Holzbildhauerei, baute es als diagonal gestelltes Kreuz aus Kreisen und Quadraten auf und arbeitete das von Oskar Schlemmer entworfene Bauhaus-Signet ein.
Es hing in 120 deutschen Bahnhöfen. Im ersten Druck standen als Termin Juli bis September, doch die Ausstellung lief vom 15. August bis zum 30. September 1923, und die Angaben wurden mit einem Aufkleber aktualisiert. Das hier gezeigte Exemplar trägt die neuen Daten auf einem roten Band: „Eröffnung verschoben auf 15. Aug“.
Die Besucher sahen auch das Haus am Horn, ein Musterhaus, das unter Mitwirkung vieler Bauhaus-Angehöriger für die Ausstellung gebaut wurde und seit 1996 auf der UNESCO-Welterbeliste steht. Schmidt lehrte später am Bauhaus in Dessau und leitete dort von 1928 bis 1932 die Werkstatt für Reklame, Typografie und Druck. Unter den Nationalsozialisten wurde er wegen seiner Bauhaus-Vergangenheit bald an der Arbeit gehindert; nach dem Krieg wurde er Professor an der Kunsthochschule in Berlin.
Über das Werk
- Geschaffen von
- Joost Schmidt (1893–1948)
- Datum
- 1923
- Technik
- Farbdruck von Reineck & Klein, Weimar
Quellen
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